Alle Dressuraufgaben, von den grundlegendsten bis zum Grand-Prix-Niveau, enthalten das Reiten auf einem Zirkel oder einer Volte. Entgegen dem Anschein kann die korrekte Ausführung dieser Übung komplizierter sein, als du denkst, und erfordert eine entsprechende Vorbereitung sowohl vom Pferd als auch vom Reiter. Es lohnt sich jedoch, daran zu arbeiten, denn es ist eine sehr gute Übung für das Gleichgewicht und die Biegung unseres Pferdes. Sie zur Perfektion zu meistern erlaubt uns, zu komplizierteren Figuren überzugehen oder z. B. mit der Arbeit an Seitengängen zu beginnen. In diesem Artikel geben wir dir Tipps, worauf du besonders achten solltest, wenn du mit der Arbeit auf Zirkeln mit deinem Pferd beginnst, und was bei der Bewertung der Ausführung dieses Elements berücksichtigt wird.

Der Zirkel und die Volte — worin liegt der Unterschied?

Der einzige Unterschied zwischen einem Zirkel und einer Volte ist ihr Durchmesser, und deshalb werden sie oft miteinander verwechselt. Eine Volte ist ein Zirkel mit einem Durchmesser von zehn Metern oder weniger (meist zehn, acht oder sechs Meter). Zirkel sind deutlich größer und haben einen Durchmesser von bis zu zwanzig Metern. Beide Elemente haben dieselbe Form, und wir beginnen und beenden ihre Ausführung am selben Punkt. Sowohl der Zirkel als auch die Volte können in jeder Gangart geritten werden. Je kleiner der Zirkel, desto schwerer ist er korrekt auszuführen und desto mehr Biegung und Elastizität verlangt er vom Pferd. Deshalb sollten wir die Arbeit mit unserem Pferd auf großen Zirkeln beginnen und sie allmählich verkleinern, wenn wir spüren, dass es dazu bereit ist.

Der Sitz des Reiters und der Einsatz der Hilfen beim Reiten auf einem Zirkel.

Ein korrekt gerittener Zirkel oder eine Volte sollte symmetrisch sein und sich während der Ausführung weder verkleinern noch vergrößern. Denke daran, dass dieses Element unabhängig vom Durchmesser weder Ecken noch gerade Linien enthält (das Pferd sollte die ganze Zeit in Bewegungsrichtung gebogen bleiben). Um dieses Element korrekt auszuführen, muss der Reiter den passenden Sitz einnehmen und die Hilfen mit Feingefühl einsetzen.

Das erste Signal für das Pferd, sich zu biegen und mit der Ausführung des Zirkels oder der Volte zu beginnen, sollte eine Änderung des Reitersitzes im Sattel sein. Wenn wir unsere Einwirkung mit dem inneren Zügel beginnen, können wir leicht bewirken, dass das Pferd übermäßig „hineinfällt” und das Gleichgewicht verliert. Genau deshalb sollte der Einsatz des Zügels als Hilfe in diesem Fall zweitrangig sein, und wir sollten ihn nur als Verstärkung in einer Situation einsetzen, in der das Pferd noch nicht korrekt auf andere, feinere Hilfen reagiert.

Der Sitz des Reiters bei der Ausführung eines Zirkels sollte folgender sein:

  • Die innere Wade bleibt am Sattelgurt und erhält den Schwung und die Aktivität des inneren Hinterbeins des Pferdes und gibt ihm das Signal zur Biegung
  • Die äußere Wade verschiebt sich leicht hinter den Sattelgurt und verhindert das Ausfallen der Hinterhand nach außen und ermutigt das Pferd ebenfalls, das Tempo zu halten
  • Die Schultern leicht gedreht und in Bewegungsrichtung gerichtet (sie sollten in einer Linie mit den Schultern des Pferdes sein)
  • Beide Zügel sind auf gleicher Höhe, über dem Widerrist des Pferdes
  • Der innere Zügel gibt dem Pferd ein leichtes Signal zur Biegung
  • Der äußere Zügel gleicht die Wirkung des inneren aus und verhindert eine übermäßige Biegung und das Ausfallen des Pferdes mit der Schulter nach außen (begrenzende Wirkung)
  • Die innere Hüfte und der innere Gesäßknochen des Reiters sind etwas stärker belastet.

Häufige Fehler bei der Ausführung eines Zirkels sind, die Schultern gerade zu halten oder sie sogar in die der Bewegung entgegengesetzte Richtung zu richten. Das erschwert dem Pferd, sein Gleichgewicht zu finden und das Element korrekt auszuführen, da sich das Gewicht des Reiters dann nach außen verlagert.

Damit die Schultern den passenden Sitz einnehmen, stelle dir vor, wie sie gerichtet wären, wenn du eine Wendeltreppe hinaufgingest. Du solltest auch daran denken, dass die innere Hüfte und der Gesäßknochen nur etwas stärker belastet sein sollen als ihre Gegenstücke auf der Außenseite. Auf keinen Fall sollte das eine Schiefe im Sattel oder ein Hineinlehnen des Reiters nach innen verursachen. Eine korrekte Belastung der Hüfte hilft dir, die innere Wade stabil am Sattelgurt zu halten und die Biegung des Pferdes auf Höhe der Rippen zu verstärken.

Die Stellung des Pferdes auf der Volte oder dem Zirkel.

Wenn du nun weißt, wie man die Hilfen passend einsetzt, solltest du auch wissen, welche Wirkung sie auf das Pferd haben sollten und wann wir davon ausgehen können, dass die Übung korrekt ausgeführt wurde.

Die natürliche Tendenz eines Pferdes bei der Wendung ist, sich mit dem Körper nach innen in Richtung der Wendung zu lehnen und gleichzeitig Kopf und Hals nach außen zu neigen. Das Gewicht des Pferdes verlagert sich dann auf die Vorhand, was, wie wir wissen, nicht erwünscht ist. Genau deshalb ist es unsere Aufgabe, mit dem Pferd die passende Biegung in die Richtung, in die wir uns bewegen, und die Aktivität der Hinterhand zu erarbeiten.

Um zu verstehen, worin eine ideale Biegung besteht, stelle dir vor, du betrachtest das Pferd von oben. Durch den Körper des Pferdes sollte ein gleichmäßiger Bogen verlaufen, der am Genick beginnt und durch Hals und Wirbelsäule bis zum Schweifansatz reicht. Dieser Bogen ist umso enger und die Biegung umso stärker, je kleiner der Zirkel ist, auf dem wir arbeiten.

Wenn du die Übung korrekt ausführen möchtest, ist es hilfreich, Buchstaben oder Pylonen aufzustellen, mit denen du die Symmetrie und Form der Figur kontrollieren kannst.

Wann ist ein Zirkel oder eine Volte korrekt ausgeführt?

Es gibt einige der wichtigsten Dinge, die in Dressurprüfungen bei der Bewertung der Qualität der Ausführung eines Zirkels oder einer Volte berücksichtigt werden:

  • Die Größe des Zirkels oder der Volte — die Figur sollte genau den Durchmesser haben, der in der Aufgabe steht. Dadurch weiß der Richter, dass du in der Lage bist, das Pferd zu kontrollieren
  • Die Korrektheit der Linienführung — die Figur sollte symmetrisch sein, d. h. ein Kreis, kein Oval. Der Zirkel oder die Volte sollte die Wand genau an der durch die Buchstaben markierten Stelle berühren
  • Gleichgewicht und Schwung — es ist sehr wichtig, dass das Pferd bei der Ausführung der Figur weder seinen Rhythmus noch die Vorwärtstendenz verliert (noch beschleunigt)
  • Biegung — das Pferd ist die ganze Zeit in Bewegungsrichtung gebogen. Die Spuren der Hinterhufe sollten sich mit den Spuren der Vorderhufe decken. Das Hineinfallen mit der Schulter oder das Ausfallen mit der Hinterhand nach außen wirkt sich negativ auf die Bewertung dieses Elements aus
  • Beginn und Ende des Elements am passenden Ort — am besten beginnst du die Ausführung des Elements zwei Tritte nach dem Buchstaben und beendest sie zwei Tritte davor.