Ratgeber zur Wahl des richtigen Sattelgurts.

Die Wahl des richtigen Sattelgurts ist von enormer Bedeutung für den Komfort deines Pferdes und eure Sicherheit beim Reiten. Sattelgurte sind in verschiedenen Formen und Längen erhältlich, und die Materialien, aus denen sie gefertigt sind, können sehr unterschiedlich sein. Ihre Grundfunktion ist jedoch immer dieselbe. Sie sollen sicherstellen, dass der Sattel fest auf dem Pferderücken hält.

Die neuesten Studien beweisen, dass ein passend gewählter Gurt auch großen Einfluss auf den Komfort des Pferdes hat. Sowie auf die Qualität seiner Bewegung und die Entspannung bei den ausgeführten Übungen.

Bei der Wahl des richtigen Gurts müssen wir Dinge berücksichtigen wie:

  • Den Bau des Pferdes.
  • Den Sattel und das zusätzliche Zubehör, das wir verwenden und mit dem der Gurt kompatibel sein muss.
  • In welchen Situationen wir ihn verwenden (Art und Länge des Trainings).

Beim Lesen dieses Ratgebers erfährst du, was die wichtigsten Unterschiede zwischen den einzelnen Modellen sind und wie man einen Gurt wählt, der dir und deinem Pferd ein Maximum an Komfort und Sicherheit bietet.

Wann muss ein Sattelgurt ausgetauscht werden?

Manchmal ist es schwer, eindeutig festzustellen, welches Ausrüstungselement das Verhalten deines Pferdes negativ beeinflusst. Wenn es beim Gurten nervös reagiert, ist das ein wichtiger Hinweis. Der Grund kann jedoch sowohl ein ungeeigneter Gurt als auch ein schlecht gewählter Sattel oder eine andere Ursache sein. Bei jeglichen Zweifeln ist es daher vor der Wahl neuer Ausrüstung besser, einen professionellen Saddle-Fitter oder deinen Tierarzt zu konsultieren.

Diese Signale können jedoch darauf hindeuten, dass du über einen Austausch des Gurts nachdenken solltest:

  • Dein Pferd legt beim Gurten die Ohren an.
  • Dein Pferd versteift sich und schlägt beim Gurten nervös mit dem Schweif.
  • Auf beiden Seiten muss der Gurt auf den ersten oder den letzten Löchern verschnallt werden.
  • Beim Training spürst du bei deinem Pferd Steifheit und eine unnatürliche Bewegungseinschränkung im Bereich der Vorderbeine.
  • Du hast bei deinem Pferd Scheuerstellen oder Schmerzhaftigkeit im Bereich der Gurtlage bemerkt.
  • Dein Gurt hat Risse, Einrisse oder Beschädigungen an den Stellen, an denen er die Pferdehaut berührt.

Wähle den richtigen Gurt für Sattel und Reitstil.

Der Dressurgurt

Die überwiegende Mehrheit der Dressursättel hat lange Strupfen, die deutlich über die Sattelblätter hinausragen. Das geschieht, damit der Gurtverschluss möglichst tief ist und sich somit nicht zwischen dem Bein des Reiters und dem Pferd befindet und den präzisen Einsatz der Hilfen nicht stört. Dressurgurte sind daher relativ kurz.

Der Springgurt (Gurt mit Schutz)

Er hat ein charakteristisches, ovales Panel in der Mitte des Gurts. Wenn wir von Springgurten sprechen, verwenden wir auch die Bezeichnung ‘Gurt mit Schutz‘. Die Aufgabe des Schutzes ist es, den Bauch des Pferdes vor dem Anschlagen mit den Vorderbeinen beim Sprung zu schützen, was bei beschlagenen Pferden besonders gefährlich ist. Einige sind auch der Meinung, dass ein solcher Gurt dank seiner Breite und damit größeren Fläche den Druck besser verteilt.

Gurte mit Schutz sind meist aus sehr gutem Leder gefertigt, was ihren relativ hohen Preis erklärt. Balotade-Springgurte mit Schutz sind in verschiedenen Ledertönen erhältlich, damit man sie leichter an die übrige Ausrüstung anpassen kann. Ein wichtiges Element sind auch die Karabinerhaken (D-Ringe), die den Einsatz eines passenden Ausbinders ermöglichen, wie beim Modell Balotade Classic.

Der Westerngurt

Wie der Name schon sagt, ist das ein Gurt, der für Westernsättel verwendet wird. Sein Aufbau ist völlig anders als der Aufbau klassischer Gurte. Das macht seine Verwendung in anderen als Westernsätteln unmöglich. Westerngurte sind ebenfalls relativ kurz und enden mit nur einer Schnalle auf jeder Seite.

Welches Material wählen?

Das Material, aus dem der Gurt gefertigt ist, sollte ebenfalls deinem Pferd ein Maximum an Komfort bieten und eventuellen Scheuerstellen und Reizungen entgegenwirken. Je nach verwendetem Material unterscheiden sich Gurte voneinander in Preis, Haltbarkeit und Anwendung. Und hier sind die beliebtesten Gurttypen:

Der synthetische Gurt (PVC)

Synthetische Gurte sind leicht sauber zu halten und erfordern keine speziellen Pflegemittel. Ihr unbestreitbarer Vorteil ist der erschwingliche Preis. Bei häufiger Nutzung können die Ränder der Gurte reißen, darauf ist zu achten, da ausgefranste Ränder die Haut des Pferdes reizen können.

Der Neoprengurt

Der Neoprengurt ist ebenfalls aus einem künstlichen Material gefertigt. Er hat ähnliche Vorteile wie der PVC-Gurt, ist aber weicher und passt sich dem Pferd besser an. Er ist leicht sauber zu halten und Schmutz und Haare nach dem täglichen Training zu entfernen. Auch wenn es kein häufiges Phänomen ist, kann bei manchen Pferden dennoch eine allergische Reaktion auf Neopren auftreten. Darauf ist in den ersten Tagen der Nutzung zu achten.

Der Ledergurt

Ledergurte zeichnen sich durch ihre Eleganz und Haltbarkeit aus. Dank seiner Eigenschaften bietet Leder auch eine angemessene Belüftung. Ledergurte erfordern eine angemessene Pflege, damit das Leder ausreichend elastisch ist und nicht reißt. Auch wenn der Preis relativ hoch ist, dient uns ein solcher Gurt viele Jahre.

Der Schnurgurt

Auch wenn Schnurgurte in den letzten Jahren an Beliebtheit verlieren, können sie sich für manche Pferde dennoch als Volltreffer erweisen. Dadurch, dass sich die Schnüre unabhängig voneinander bewegen, verteilt der Gurt den Druck gut und verhindert gleichzeitig oft sogar besser als einheitliche, synthetische Gurte das Verrutschen des Sattels.

Ein Schnurgurt aus Wolle, Baumwolle oder einem anderen natürlichen Material nimmt Schweiß sehr gut auf. Man sollte jedoch daran denken, dass er nach jeder Nutzung gewaschen werden muss, sonst wird er steif und kann Scheuerstellen verursachen.

Wenn unser Pferd im Gurtbereich besonders empfindlich ist, kann sich ein spezieller Gurtschoner, auch Tunnel oder Schutz genannt, als gute Lösung erweisen. Durch seine Nutzung können wir den Druck des Gurts weiter reduzieren und seine Berührung für das Pferd angenehmer machen. Schoner können aus Neopren, Acryl oder natürlicher Schafwolle gefertigt sein.

Anatomische Gurte

In den letzten Jahren erfreuen sich anatomische Gurte zunehmender Beliebtheit. Dank entsprechender Formgebung bieten sie dem Pferd mehr Bewegungsfreiheit, besonders im Bereich der Ellbogen und des Schultergürtels.

Besonders bei Pferden mit spektakulärer Bewegung verhindert ein geformter Gurt das Vorwärtsrutschen des Sattels und das Einschneiden des Gurts in die Ellbogen, sodass möglichst viel aus der natürlichen Bewegung des Pferdes herausgeholt werden kann.

Elastische Einsätze im Gurt

Die meisten Gurte sind heute mit elastischen Elementen ausgestattet, die sich an einem oder beiden Enden des Gurts befinden können. Diese Art Einsatz bietet unseren Pferden besseren Komfort, da sie bewirken, dass der Gurt mit dem Pferd „atmet” und sich der atmungsbedingten Bewegung seines Brustkorbs anpasst.

Auch wenn elastische Einsätze auf beiden Seiten des Gurts den Druck besser verteilen, ist es leichter, einen solchen Gurt zu fest anzuziehen, darauf ist also sehr zu achten. Gummieinsätze neigen mit der Zeit auch dazu, sich leicht zu dehnen. Bei der Wahl der Gurtgröße ist darauf also zu achten.

Manche Gurte haben elastische Einsätze im Mittelteil, was eine noch effektivere Anpassung bietet.

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Wie wählt man die richtige Gurtgröße?

Auf einfache Weise kannst du die Gurtlänge abschätzen, die für dein Pferd und deinen Sattel am geeignetsten ist. Es genügt, dass du dich an diese paar Hinweise hältst:

  1. Lege den Sattel auf den Rücken des Pferdes (vergiss nicht die Schabracke, das Gel, das Fell oder eine andere Unterlage, die du täglich verwendest).
  2. Lege ein Ende eines weichen Maßbands an das mittlere Loch in der Strupfe auf einer Seite des Sattels.
  3. Führe das Band unter dem Bauch des Pferdes in einer Handbreite Abstand vom Ellbogen deines Pferdes (am besten bittest du eine zweite Person um Hilfe) zum selben Loch (dem mittleren) an der Strupfe auf der anderen Seite des Sattels.
  4. Die Länge, die du erhältst, ist die geschätzte Länge des benötigten Gurts. Denke daran, dass sich die Gurtgrößen standardmäßig alle 5 cm ändern (z. B. 115 cm, 120 cm, 125 cm…), wähle also die Länge, die der Länge vom Band am nächsten kommt.

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