Wir hören oft, ein Pferd sei „hart im Maul”, „unsensibel” oder „bösartig”, weil es beim Training den Kopf schlägt. Bevor du jedoch die Schuld im Charakter des Tieres oder in deinen eigenen Fähigkeiten suchst, sieh dir die Ausrüstung an.
Die Anatomie des Pferdemauls ist außerordentlich komplex – es ist ein kleiner Raum, gefüllt mit einer empfindlichen Zunge, dem Gaumen und den zahnlosen Laden des Unterkiefers. Traditionelle, gerade Gebisse berücksichtigen diesen Bau oft nicht und verursachen Schmerzen. Anatomische Gebisse wurden geschaffen, um dieses Problem zu lösen.
Hier sind die 3 häufigsten Signale, die dir dein Pferd sendet und um den Wechsel zu einem anatomischen Gebissmodell bittet.
1. Instabile Anlehnung und Kopfschlagen
Wenn dein Pferd im Moment des Zügelaufnehmens beginnt, den Kopf auf und ab zu werfen oder ruckartig die Zügel zu entreißen, kann das ein Symptom des sogenannten Nussknacker-Effekts sein.
Ein gewöhnliches, einfach gebrochenes Gebiss (das nicht profiliert ist) klappt beim Anziehen der Zügel zu einer scharfen Spitze zusammen. Diese Spitze bohrt sich direkt in den empfindlichen Gaumen des Pferdes. Der Schmerz ist so groß, dass das Pferd versucht, ihm durch Hochreißen des Kopfes zu entkommen.
- Lösung: Ein anatomisches Gebiss ist werkseitig zu einem Bogen gebogen. Selbst bei starker Handeinwirkung schlägt es nicht in den Gaumen, sondern verteilt den Druck gleichmäßig auf Zunge und Unterkieferladen.
2. Maulaufreißen und Über-das-Gebiss-Legen der Zunge
Reißt das Pferd hartnäckig das Maul auf, streckt die Zunge zur Seite heraus oder versucht, sie über das Gebiss zu legen? Das ist ein verzweifelter Versuch, Platz zu finden.
Viele Pferde haben dicke, fleischige Zungen, die kaum zwischen die Kiefer passen. Ein traditionelles, gerades Gebiss wirkt wie ein Schraubstock – es quetscht die Zunge und unterbricht die Blutzufuhr.
- Lösung: Anatomische Gebisse von Balotade haben eine spezielle Profilierung (oft mit einem sogenannten Verbindungsstück oder einer leichten Zungenfreiheit), die mehr Raum für die Zunge lässt. Wenn der Druck verschwindet, hört das Pferd auf zu kämpfen, schließt das Maul und beginnt ruhig zu kauen.
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3. Steifheit und keine Reaktion auf eine Seite
„Hängt” dein Pferd an einem Zügel, während es zur anderen Seite steif wie ein Brett ist? Wir verwechseln das oft mit mangelnder Ausbildung, während die Ursache im Unbehagen liegen kann.
Wenn ein gerades Gebiss auf die Unterkieferlade drückt (wo die Knochenhaut sehr empfindlich ist), versteift das Pferd instinktiv den Hals, um den Schmerz zu minimieren. Eine Blockade im Maul ist eine Blockade im Genick und folglich – im ganzen Körper.
- Lösung: Anatomische Gebisse wie unsere Sweet Iron-Modelle passen sich der Krümmung des Unterkiefers an. Dadurch ist das Signal von der Hand klar und feinfühlig, und das Pferd „gibt” bereitwilliger im Genick nach und tritt an die Anlehnung heran.
Zusammenfassung: Wann ist ein Wechsel notwendig?
Wenn du Zahnprobleme ausgeschlossen hast (regelmäßige Zahnarztbesuche sind das A und O!) sowie Fehler bei der Anpassung der Trense, und dein Pferd weiterhin die obigen Symptome zeigt – kann der Wechsel zu einem anatomischen Gebiss ein Durchbruch sein.
Denke daran, dass komfortable Ausrüstung kein Luxus ist, sondern die Grundlage für effektives Training. Ein Pferd, das keine Schmerzen hat, ist ein Pferd, das kooperieren will.
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