Diese Frage stellt sich fast jeder Pferdebesitzer. Auch wenn der Unterschied auf den ersten Blick gering scheint – schließlich ist es nur ein Gelenk mehr – wirken beide Gebisse im Maul in Wirklichkeit völlig unterschiedlich.
Eine falsche Wahl kann zum Ausweichen vor dem Kontakt, zum Hochreißen des Kopfes und sogar zu Schmerzen führen. In diesem Artikel erklären wir die Mechanik beider Lösungen, damit du eine fundierte Entscheidung treffen kannst.
1. Das einfach gebrochene Gebiss – ein Klassiker mit „Haken”
Das einfach gebrochene Gebiss besteht aus zwei in der Mitte verbundenen Teilen. Jahrelang galt es als das sanfteste, aber modernes Anatomiewissen wirft ein neues Licht darauf.
- Wie wirkt es? Bei der Zügeleinwirkung klappt das Gebiss zu einer „V”-Form zusammen.
- Der „Nussknacker-Effekt”: Das ist die größte Gefahr. Bei starker Handeinwirkung kann sich das mittlere Gelenk hoch heben und in den Gaumen des Pferdes drücken, während es gleichzeitig die Ränder des Unterkiefers zusammendrückt.
- Für wen? Für Pferde mit hohem Gaumen und dicker Zunge, die ein klares Signal auf die Ränder des Unterkiefers brauchen.
- Wichtig: Bei Balotade verwenden wir anatomische Formgebung auch bei einfach gebrochenen Gebissen, was das Risiko von Druck auf den Gaumen deutlich reduziert.
2. Das doppelt gebrochene Gebiss – Komfort und Präzision
Es hat zwei Gelenke und ein mittleres Element (Verbinder). Dadurch passt sich das Gebiss besser an die natürliche Form der Zunge an.
- Wie wirkt es? Es legt sich im Maul in die Form eines sanften Bogens (Buchstabe „U”).
- Druckverteilung: Der Druck verteilt sich gleichmäßig auf Zunge und Ränder des Unterkiefers, und der mittlere Verbinder liegt flach auf der Zunge, ohne den Gaumen zu berühren.
- Für wen? Für die meisten Pferde, besonders empfindliche, die den punktuellen Druck eines einfach gebrochenen Gebisses nicht annehmen.
- Vorteil: Es erleichtert das Entspannen des Unterkiefers und regt zum Kauen an.
Ein Vergleich auf einen Blick
| Merkmal | Einfach gebrochen | Doppelt gebrochen |
| Form im Maul | Buchstabe „V” | Buchstabe „U” |
| Hauptdruckpunkt | Kieferränder + Gaumen | Zunge + Kieferränder |
| Wirkung | Direkt, kann punktuell sein | Verteilt, meist sanfter |
| Schmerzrisiko | Möglicher Gaumendruck | Möglicher zu hoher Zungendruck |
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Egal, ob du ein einfach oder doppelt gebrochenes Gebiss wählst, bei Balotade setzen wir auf eine anatomische Form, die das empfindliche Innere des Mauls deines Pferdes respektiert.
Wie prüft man, was dein Pferd bevorzugt?
Die Wahl hängt vom Bau des Mauls ab (dem Platz für die Zunge und der Höhe des Gaumens):
- Beobachte die Reaktion auf den Kontakt: Wenn das Pferd beim Aufnehmen der Zügel an einem einfach gebrochenen Gebiss den Kopf hochreißt, drückt das Gelenk wahrscheinlich in seinen Gaumen – probiere die doppelte Version.
- Zungenempfindlichkeit: Wenn das Pferd an einem doppelt gebrochenen Gebiss „maultot” wird oder die Zunge darüberlegt, kann das bedeuten, dass der Zungendruck für es zu groß ist – dann lohnt sich die Rückkehr zu einem anatomischen einfach gebrochenen Gebiss.
- Zungendicke: Pferde mit sehr dicker Zunge haben oft wenig Platz im Maul – bei ihnen kann eine doppelte Brechung (mit dem zusätzlichen Verbinder) zu viel Raum einnehmen.
Zusammenfassung
Es gibt keine einzige universelle Antwort, aber Statistiken zeigen, dass die meisten Pferde besser an doppelt gebrochenen Gebissen arbeiten. Der Schlüssel ist jedoch nicht nur die Anzahl der Brechungen, sondern vor allem die Verarbeitungsqualität und die anatomische Biegung, die du in jedem Balotade-Produkt findest.