Die Wahl der Trense (umgangssprachlich Trensenzaum genannt) ist genauso wichtig wie die Anpassung des Sattels oder regelmäßige Besuche des Hufschmieds. Schlecht gewählte Ausrüstung kann Schmerzen, Steifheit im Genick verursachen und dafür sorgen, dass die Trainingseffekte gegenteilig zum Beabsichtigten ausfallen.
Um bewusst das beste Modell für dein Pferd zu wählen, musst du zuerst verstehen, woraus eine Trense besteht und welche Funktion jeder ihrer Riemen erfüllt. In diesem Artikel zerlegen wir die Trense in ihre Grundbestandteile.
Wie wirkt eine Trense?
Eine Trense ist mehr als ein Satz Riemen, die das Gebiss halten. Es ist ein präzises Kommunikationssystem. In Harmonie mit Zügeln, Sitz und Schenkel überträgt sie Signale vom Reiter zum Maul und Genick des Pferdes.
Es ist gut zu bedenken, dass selbst das bestausgebildete Pferd klare Signale braucht. Die Trense stabilisiert das Gebiss im Maul, verhindert sein Verrutschen und erlaubt eine feine Einwirkung der Hand.
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Die Aufbauelemente einer Trense – die Anatomie der Ausrüstung
Obwohl auf dem Markt viele Trensentypen erhältlich sind (von klassischen englischen bis zu gebisslosen), bestehen die meisten von ihnen aus denselben, wesentlichen Elementen.
1. Das Genickstück (Genickriemen) – das Herz der Trense
Das ist der wichtigste Konstruktionsteil, der auf dem Genick des Pferdes (hinter den Ohren) liegt. Hier laufen alle auf die Trense wirkenden Kräfte zusammen.
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Funktion: Es hält die gesamte Trense auf dem Kopf und bildet die Basis zum Befestigen der Backenstücke und des Nasenriemens.
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Wichtig: In modernen Balotade-Trensen verwenden wir anatomische Genickstücke. Sie sind breiter und speziell an den Ohren ausgeschnitten, um nicht auf die empfindlichen Nerven und Muskelansätze zu drücken. Ein gewöhnliches, schmales Genickstück kann Schmerzen und eine Versteifung des Halses verursachen.
2. Das Stirnband – Stabilisierung und Stil
Ein Riemen, der quer über die Stirn verläuft, unterhalb der Ohren.
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Funktion: Es verhindert, dass das Genickstück nach hinten auf den Hals rutscht.
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Stil: Das ist das dekorativste Element der Trense. Bei Balotade findest du gerade Stirnbänder, geschwungene, mit Kristallen oder Perlen besetzte. Denke jedoch daran, dass das Stirnband nicht zu kurz sein darf – es darf das Genickstück nicht auf die Ohren ziehen!
3. Die Backenstücke – Anpassung des Gebisses
Sie verlaufen auf beiden Seiten des Kopfes und verbinden das Genickstück mit dem Gebiss.
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Funktion: Sie halten das Gebiss in der passenden Höhe im Maul.
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Anpassung: Mit ihnen entscheidest du, ob das Gebiss höher liegt (was beim Pferd ein „Lächeln” verursacht) oder tiefer. Wichtig ist, dass sie symmetrisch auf beiden Seiten verschnallt sind.
4. Der Kehlriemen – die Sicherung
Ein Riemen, der unter dem Kiefer (der Kehle) des Pferdes verschnallt wird.
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Funktion: Er verhindert, dass die Trense bei einer plötzlichen Kopfbewegung oder einem Sturz über die Ohren rutscht.
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Anpassung: Er ist nicht am Lenken des Pferdes beteiligt! Er sollte locker verschnallt sein – so, dass zwischen Riemen und Hals eine senkrecht gehaltene Faust passt. Ein zu enger Kehlriemen kann das Pferd bei starker Beizäumung würgen.
5. Der Nasenriemen – Stabilisierung des Kiefers
Ein Riemen, der die Nase des Pferdes umschließt. Er kommt in vielen Varianten vor (englisch, schwedisch, hannoversch, mexikanisch).
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Funktion: Er stabilisiert den Unterkiefer und das Gebiss und verhindert ein übermäßiges Öffnen des Mauls und ein „Ausweichen” vor dem Kontakt.
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Mythos: Der Nasenriemen dient nicht dazu, das Maul gewaltsam zu schließen! Seine Rolle ist Unterstützung. In anatomischen Trensen sind die Riemen des Nasenriemens oft mit dem Genickstück integriert, um den Druck auf die Wangenknochen zu reduzieren.
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Zusätzliche, zum Reiten unverzichtbare Elemente
Die Trense allein ist ein Gestell. Damit sie funktioniert, brauchst du noch zwei Elemente:
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Das Gebiss: Ein metallenes, gummiertes oder synthetisches Element, das ins Maul gelegt wird. Es ist dieses, das einen direkten Einfluss auf die Zunge und die Ränder des Unterkiefers ausübt.
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Die Zügel: Riemen, die das Gebiss mit der Hand des Reiters verbinden. Sie können aus Leder, Gurtband oder gummiert sein. Über sie sendest du Rückmeldungen an das Maul des Pferdes.
Zusammenfassung
Die Kenntnis des Aufbaus einer Trense ist der erste Schritt zu bewusstem Reiten. Wenn du weißt, wie das Genickstück oder der Nasenriemen wirkt, verstehst du leichter, warum wir bei Balotade so großen Wert auf anatomische Formgebung legen. Der Komfort des Pferdes beginnt nämlich mit Ausrüstung, die seine Anatomie respektiert.
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