Das Thema des heutigen Artikels ist die Cavaliada, konkret die Kosten einer Teilnahme als Reiter. Denn wer von euch, wenn er sich für Springreiten interessiert, hat nicht schon einmal vom Start in der Speed & Music-Prüfung in einer bis auf den letzten Platz gefüllten Halle geträumt? Das ist zweifellos eine großartige Erfahrung, was viele Reiter mehr als einmal bestätigt haben. Viel Spaß beim Lesen!

Welche Anforderungen muss man erfüllen, um zur Cavaliada fahren zu können?

Gut, beginnen wir mit einigen Annahmen. Es ist gar nicht so leicht, zu internationalen Turnieren vom Kaliber der Cavaliada zu gelangen. Erstens müssen wir ein Pferd haben, das auf diesem Niveau konkurrieren kann, und zweitens müssen wir selbst die nötigen Fähigkeiten und Berechtigungen haben. Also die entsprechenden Leistungsklassen und Lizenzen. Zusätzlich müssen sowohl das Pferd als auch der Reiter Lizenzen auf internationalem Niveau bezahlt haben sowie Impfungen und Untersuchungen besitzen. Dieses Thema lassen wir jedoch für eine andere Gelegenheit. Nehmen wir jetzt an, wir haben alles, was nötig ist. Wir wollen starten. Was nun?

Kann jeder bei der Cavaliada starten?

Für Turniere dieses Rangs gibt es immer viele Interessenten. Leider können nicht alle starten. Die Auswahl erfolgt daher auf Basis des allgemeinen PZJ-Rankings, in dem Punkte anhand der Turnierergebnisse vergeben werden. Man muss also zum Kreis der Glücklichen gehören, die eine Startfreigabe erhalten.

Wie viel kostet ein Start in der Speed & Music-Prüfung bei der Cavaliada?

Jetzt ist es Zeit für die Gebühren. Werfen wir einen Blick auf die Ausschreibung der Cavaliada Poznań von 2021. Es ist eine handliche, 40-seitige PDF-Datei, die nur auf Englisch verfügbar ist. Es ist schließlich ein internationales Turnier, was macht es schon, dass es in Polen ist. Wir lesen und lesen, und endlich ist sie da. Die Gebührenliste. Was geht daraus hervor? Rechnen wir nun aus, wie viel die ganze Turnierfahrt für ein 3-köpfiges Team mit 2 Pferden kostet. Es fahren also ein Reiter, ein Pferdepfleger und ein Trainer. Wir träumten vom Start in der Speed & Music-Prüfung, also müssen wir uns für CSI3* W einschreiben.

  • Zuerst die allgemeine Gebühr pro Pferd – Entry fee per horse – 450 Euro. Hier sind eine Box für das Pferd mit erster Einstreu und das Startgeld in einigen ausgewählten Prüfungen enthalten. Weiter geht’s.
  • EADCMP fee, also Global Equine Anti-Doping and Controlled Medication Programme. Schlicht die Anti-Doping-Gebühr – 25 CHF.
  • Fee for manure disposal, also die Kosten für die Mistentsorgung – 40 Euro.
  • Fee for health/customs-related documents for Horses, also die Kosten der Dokumentenprüfung des Pferdes, falls die Richter das tun möchten – 30 Euro.

Darunter steht noch eine Gebühr für den Stromanschluss des Pferdetransporters, aber für unsere Berechnungen nehmen wir an, dass wir bescheiden reisen, mit einem Anhänger für 2 Pferde, und zum Schlafen ein günstiges Hotel suchen. Heu, Futter und Stroh bringen wir dagegen mit, dann müssen wir sie nicht auf dem Turnier kaufen.

Das sind alle Kosten für die Cavaliada pro einem Pferd. Kommen wir zu den nächsten Berechnungen. 

  • Zeit für den Sprit. Das ist natürlich individuell, denn wir können in Poznań wohnen und dann sind es ein paar Zloty, oder in Kraków und es ist deutlich höher. Wir berücksichtigen jedoch, dass man im Laufe des Jahres mehr als einmal zu Turnieren fährt, in verschiedene Richtungen. Nehmen wir an, dass wir im Schnitt 300 km pro Strecke fahren. Wir haben also insgesamt 600 km. Ein Auto mit Anhänger verbraucht im Schnitt etwa 12 l Diesel pro 100 km. Wir haben also 72 Liter zum durchschnittlichen polnischen Preis von 7,75 zł pro Liter Diesel. Es ist leicht zu berechnen, dass der Sprit 558 zł kostet.
  • Jetzt das Hotel. Wir buchen es über Booking, wir sind organisiert, also tun wir es 3 Monate vorher und haben eine große Auswahl. Wir hätten gern Frühstück inklusive, zur Cavaliada kommen wir mindestens einen Tag früher, wir haben also 4 Übernachtungen zu buchen. Es gibt eine recht angenehme Variante für 1080 zł. Wir nehmen sie. Wären wir spät dran, wären sie alle teurer, über 1000 zł. Wir haben es jedoch günstiger erwischt.
  • Jetzt ist Zeit für die Verpflegung, Frühstück haben wir im Hotel, wir rechnen also Mittag- und Abendessen dazu. Nehmen wir 20 zł pro Person, bei 3 Personen und 3 Tagen. Das ergibt zusammen 480 zł.
  • Wir haben fast alles, fügen wir noch die Bezahlung für den Trainer hinzu, er mag uns sehr, also nimmt er nur 100 zł pro Starttag. Zusammen ergibt das 400 zł.

Wir haben jetzt wohl alles. Machen wir eine Zusammenfassung.

Wir haben also pro Pferd:

  • 520 Euro, also etwa 2465 zł
  • 25 CHF, also etwa 121 zł

Bei 2 Pferden ergibt das zusammen 5171,6 zł. Das ist der Betrag, den wir dem Veranstalter, also der MTP, zahlen. Jetzt der Rest.

Für die übrigen Posten kamen 558 zł + 1080 zł + 480 zł + 400 zł zusammen, also 2518 zł.

Es ist also leicht zu berechnen: Wenn wir all das addieren, erhalten wir einen Betrag von 7700 zł für ein 4-tägiges Turnier mit 2 Pferden. Dieser Betrag kann höher sein, wenn wir ein teureres Hotel wählen oder Heu auf dem Turnier kaufen.